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„BE REICHERT EUCH!“

Ausstellung der Werke von Elisabeth Reichert wurde eröffnet
 

Die Steinbacher Künstlerin Elisabeth Reichert hat ihr Leben für und mit der Kunst verbracht. So war es für den Kultur- und Partnerschaftsverein Steinbach (Taunus) 2000 e.V., die Stadt Steinbach (Taunus) und die Bildungsstätte Steinbach ein besonderes Anliegen, das Andenken an Elisabeth Reichert zu wahren.

„BE REICHERT EUCH!“ war Elisabeth Reicherts selbstgewähltes Motto. Diesem Motto folgten am Dienstag, 19. Mai 2015 rund 60 Freunde, ‚Fans‘ und Bewunderer,  unter ihnen auch die Tochter Foto © Burkard Muchder verstorbenen Künstlerin Kristina Reichert, in die Räume der IG Bau zur Vernissage „Ein Leben für die Kunst – Elisabeth Reichert“.

Bürgermeister Dr. Stefan Naas schilderte Reichert als „wunderbare Künstlerin“. Ihre Werke sind ebenso vielfältig und fassettenreich, wie sie selbst. Kurator Dr. Martin H. Schmidt, der mit der Sichtung und Katalogisierung beauftragt war und die Ausstellung – mit Unterstützung der Tochter Kristian Reichert – organisiert hat erklärte, dass die Ausstellung wie ein Nachhausekommen sein soll, wo man noch mal in die Farbenwelt und Vielfalt eintauchen kann - ebenso, wie es zu Lebzeiten oft im Wohnhaus von Elisabeth Reichert in der Steinbacher Rossertstraße stattfand. Viele Arbeiten sind dort entstanden, sie hat immer an mehreren Sachen gleichzeitig gearbeitet. Ihr Gestaltungswille war beeindruckend.

Foto © Burkard MuchElisabeth Reichert war eine Sucherin, Finderin von Objekten. Ihre Arbeiten haben einen Wiedererkennungswert, in dem die große Qualität sichtbar ist.

Bei ihren Arbeiten war es der Künstlerin wichtig, das Material weitgehend so zu verarbeiten, wie sie es zufällig gefunden oder bekommen hat. So ging Sie am Neujahrsmorgen auf die Straßen noch bevor die Kehrmaschinen ihren Dienst vollzogen und sammelte übrig gebliebene Raketen auf um daraus wahre Kunstwerke entstehen zu lassen. In ihren Gouache- und Aquarellgemälden sind oft Texte und Aussagen verarbeitet, die ihre persönliche Sicht der Dinge wiederspiegeln. Oft ließ sie auch ihre politischen Ansichten in ihre Kunstwerke einfließen. So war auch Auschwitz ein Thema einiger ihrer Kunstwerke. Ihre Darstellungen waren ihr eine Möglichkeit ihre Zuversicht zu bewahren.

In diesem Jahr hätte die Steinbacher Künstlerin ihren 75. Geburtstag feiern sollen. Doch ihre Parkinson Erkrankung ließ sie im Sommer 2012 für immer einschlafen.

Foto © Burkard MuchElisabeth Reichert war langjährige Dozentin der Volkshochschule. Carsten Koehnen, der heutige Leiter der Volkshochschule Hochtaunus, fand ebenso wie seine Vorredner kurze aber treffende Worte zu Elisabeth Reichert, ihrem Wirken und ihrer Bedeutung.

Lange Reden waren zu Lebzeiten nicht Elisabeth Reicherts Sache. So stand plötzlich die Formulierung „Steinbachs bedeutendste Künstlerin“ im Raum. Eine Zuschreibung, über die sie sich als Erste lustig gemacht, ihr wohl aber dennoch gefallen hätte.

Auch eine ‚alte Freundin‘ meldete sich zu Wort und berichtete bisher nicht Bekanntes über Elisabeth Reichert: Die frühere Abgeordnete des Hessischen Landtags und Parteifreundin Hildegard Klär kannte Elisabeth Reichert bereits seit 1960 aus gemeinsamen Zeiten in Hamburg, der Heimatstadt Reicherts.

Mit der IG Bau war Elisabeth Reichert seit der Erbauung eng verbunden. Das erste Kunstwerk für die Bildungsstätte entstand aus gebranntem Lehm, den Sie beim Bau entnahm und zur Eröffnung dem damaligen Leiter der Bildungsstätte überreichte. Das Kunstwerk ist heute noch in der Bildungsstätte ausgestellt. Im Laufe der Jahre entstanden viele gemeinsame Veranstaltungen unter dem Motto „Kultur vor Ort“ in Zusammenarbeit Elisabeth Reichert mit der Bildungsstätte und der Volkshochschule.

Foto © Burkard MuchZur Ausstellungseröffnung der rund 100 Werke ist ein Katalog „Ein Leben für die Kunst  - Elisabeth Reichert“ erschienen, der die Ausstellung begleitet und dennoch nicht gleichdeckend für sich steht und die Künstlerin und ihre Werke präsentiert.

Die Ausstellung ist in der IG Bau, Waldstraße 31 noch bis zum 30. Oktober 2015 von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr zu betrachten. Der Eintritt ist frei.

Der Ausstellungskatalog ist in der Bildungsstätte erhältlich und auch bei der Stadt Steinbach (Taunus), Rathaus, Frau Carina Schmidt, käuflich zu erwerben.

ANSPRECHPARTNERIN

Büro des Bürgermeisters
Frau Carina Schmidt