Sie befinden sich hier: Aktuell | Pressemitteilungen

Kostenlose Deutschkurse

Um sich ein Leben in einer fremden Gegend aufzubauen, braucht es vor allem Kenntnisse in der Sprache. Gerade Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen und auch Menschen, die schon länger in Deutschland leben, sehen sich oft der Sprachbarriere gegenüber.

Durch Zuzüge und die Aufnahme von Flüchtlingen gibt es auch in Steinbach (Taunus) eine erhebliche Zahl an Menschen, die bislang der Deutschen Sprache nicht mächtig sind. „Es ist wichtig, dass jeder in Steinbach Deutsch lernen kann. Kostenlos und ohne jede Hemmschwelle“, so Bürgermeister Dr. Stefan Naas.

Die Stadt hat daher die Volkshochschule Hochtaunus e.V. gebeten, ein Angebot an Deutschkursen zu schaffen. Da Deutschlehrer durch die aktuelle Situation knapp sind, hat sich dies schwer, aber nicht als unmöglich erwiesen.

Seit 15. Februar 2016 bietet die Volkshochschule in Kooperation mit der Stadt Steinbach (Taunus) kostenlose Deutschkurse jeden Montag und Mittwoch von 8.45 Uhr bis 10.15 Uhr für Anfänger und von 10.15 Uhr bis 11.45 Uhr für Fortgeschrittene im Backhaus in der Kirchgasse an.

Die Kurse beginnen mit der einfachen Vorstellung „Wie ich heiße“ und „woher ich komme“, behandeln das Einkaufen von Lebensmitteln, sowie die Themen Schule, Wohnen, Möbel, Wegbeschreibungen und Gesundheit. Die grundlegenden sprachrelevanten Begriffe, die man für den Alltag benötigt.

Getragen werden die Kurse von der Volkshochschule und sind verankert im Förderprogramm „Soziale Stadt“. Die Finanzierung übernimmt die Stadt Steinbach (Taunus) aus Mitteln, die die Stadtverordnetenversammlung für Integrationsprojekte, bereitgestellt hat.

Die Kurse sind für alle Personen in Steinbach (Taunus) gedacht. Menschen, die schon länger hier wohnen und die deutsche Sprache lernen möchten und Flüchtlinge, die neu nach Steinbach (Taunus) kommen. Die Kurse sind ein weiteres Angebot in Steinbach, welche mit dem Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe“ abgestimmt sind. Der Arbeitskreis bietet ebenfalls Deutschkurse mit ehrenamtlichen Helfern an und begrüßt das neue Angebot sehr. Die Kapazitäten der Ehrenamtlichen haben auch Ihre Grenzen und die Nachfrage ist da.

Die Kurse bieten den Vorteil, dass sie dreigleisig beworben werden. Zum einen durch Plakate und die Anmeldeformulare in mittlerweile vier Sprachen von der Volkshochschule, zum zweiten liegen diese auch im Steinbacher Rathaus, Einwohnerservice / Bürgerbüro aus und drittens spricht das Quartiersbüro „Soziale Stadt“ die Menschen direkt vor Ort an und bringt ihnen das Angebot der Deutschkurse näher.

Die neuen Kursangebote finden im ersten Obergeschoss des Backhauses, dem ehemaligen Trausaal, statt. Dieser wurde zum Schulzimmer mit Tafel und Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Bei Bedarf besteht die Chance auf Ausweitung der Kurse um die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Backhauses, ebenso können weitere Tage im ersten Obergeschoss ins Auge gefasst werden.

Die Kurse sind langfristig geplant. Die ersten beiden Kurse, die am 15. Februar gestartet sind, laufen zunächst bis 4. Juli. Das sind 72 Unterrichtseinheiten, 2 x wöchentlich. Dieser Zeitrahmen ist besonders für jene Menschen gut, die nicht so schnell lernen oder auch erst Barrieren, wie beispielsweise die griechische Schrift, überwinden müssen.

Die Kurse sind an die Abholzeiten der Kindertagestätten angepasst und es wurde darauf geachtet, dass es zu keinen Überschneidungen zu schon bestehenden Deutschkursen gibt. „Es soll niemand in Steinbach durchs Raster fallen; jeder soll die Möglichkeit der Integration erhalten“, so Bürgermeister Dr. Stefan Naas.

Da bis Ostern 2016 noch weitere 120 Flüchtlinge für Steinbach geplant sind, ist auch eine Ausweitung der Deutschkurse in unmittelbarer Nähe der geplanten Flüchtlingsunterkunft am Sportplatz denkbar. In der Jahnstube der Altkönighalle würden sich weitere Deutschkurse anbieten, so Bürgermeister Naas mit einer ersten Prognose.

Die Kurse müssen sich durch Mundpropaganda rumsprechen, so Ulrike Szaroletta von der Volkshochschule Hochtaunus e.V. Die Kurse werden kostenlos angeboten, lediglich das Arbeitsbuch muss selbst angeschafft werden.

Die ersten Kurse sind auf jeweils 12 Plätze ausgelegt; Plätze sind noch frei. Es sind eineinhalb Stunden, die überschaubar sind und wo auch eine Kinderbetreuung durch die Nachbarschaftshilfe in den meisten Fällen möglich sein wird. Dass die Kurse voll werden, daran hat Ulrike Szaroletta keinen Zweifel. Wenn es sich rum spricht, kommen die Menschen einfach vorbei, denn auch eine Anmeldung stellt eine Hürde da, wenn man noch nicht Deutsch spricht.

Im Rahmen der Kurse sind auch Exkursionen zu Fahrkartenautomaten der S-Bahn, Besuche der Stadtbücherei oder auch der Stadtverwaltung geplant. Es soll vermittelt werden, wo Sie Hilfe bekommen und wie die Hilfe zur Selbsthilfe funktionieren kann.

Alle interessierten finden Informationen und Anmeldeformulare in den Sprachen Türkisch, Arabisch, Persisch/Farsi und Englisch bei der Volkshochschule, im Rathaus, Einwohnerservice/Bürgerbüro und im Quartiersbüro „Soziale Stadt“.

Nach den Semesterferien werden weitere Kurse angeboten.