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Partnerschaftliches Friedenstreffen bei Verdun

20141108_Verdun_001_200.jpgWahre Freundschaft, so heißt es, erkannt man immer in der Not. Nimmt man dieses alte Sprichwort ernst, so scheint es um die Freundschaft der beiden Städte St. Avertin und Steinbach (Taunus) gut bestellt. Denn die Vertreter beider Kommunen können nicht nur zusammen feiern, sondern auch gemeinsam den Gefallenen, Verwundeten und Vermissten des ersten Weltkrieges, oder wie ihn die Franzosen nennen „la grande guerre – der große Krieg“, gedenken.


Am 8. November trafen sich die Delegationen beider Städte in dem monumentalen Beinhaus im lothringischen Douaumont bei Verdun und erinnerten gemeinsam an den schrecklichen Stellungskrieg, der dort über viele Jahre herrschte und unzähliges Leid über die Menschen beider Nationen brachte und in der Geschichtsschreibung als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird. An selber Stelle erinnerten im Jahr 1987 die damaligen Bürgermeister der beiden Partnerstädte Pouzioux und Herbst und ließen im Beinhaus eine gemeinsame Gedenk-Inschrift als Zeichen der Freundschaft und des Friedenswillen eingravieren.


20141108_Verdun_007_200.jpgDas von beiden Städten erstellte Rahmenprogramm beinhaltete eine Rezitation von Auszügen der weltweit bekannten Kriegsromane „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque und „Le Feu“ von Henri Barbusse. Begleitet wurde dies von Musikbeiträgen und traditionellen Tonsignalen. Zudem legten beide Bürgermeister gemeinsam ein repräsentatives Gesteck mit Widmungsschrift beider Städte unter der Mauerinschrift nieder, die anlässlich des erneuten Treffens um dieses Datum ergänzt wurde.


20141108_Verdun_011_200.jpgNach einem Totengeläut, einer Schweigeminute und dem Aufspielen beider Nationalhymnen endete die Feierlichkeit mit Ansprachen der beiden Stadtoberhäupter. Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas erinnerte an die hohe Zahl von meist sehr jung gefallenen Opfern der damaligen grausamen Kriegsführung. Er wies auf die vielen Gemeinsamkeiten, das Verbindende in der Geschichte unserer Völker hin und auf die nach 1945 von bedeutenden Staatsmännern beider Länder schrittweise konsolidierte Freundschaft und gemeinsame Arbeit an der Europäischen Gemeinschaft. Die frühere Feindschaft beider Völker vor 1939 ist einer bewährten Partnerschaft gewichen, die einen erneuten deutschen – französischen Krieg undenkbar macht. Sein französischer Amtskollege Jean Gérard Paumier hob die entschlossene Arbeit der Staatsmänner beider Länder für ein gemeinsames Europa hervor: „Seit 70 Jahren ist Europa Frieden, ist Europa Freiheit, ist Europa Demokratie“. Er gemahnte an die Pflicht heutiger Bürger und ihrer Regierenden auch in Zeiten der Wirtschaftskrise und neuer Bedrohungen von Freiheit und Frieden konsequent das europäische Friedenswerk im Geiste der bewährten Partnerschaft weiterzuführen.


Die Veranstaltung, die alle Teilnehmer emotional stark bewegte, regte beim anschließenden Abendessen nicht nur zum regen Austausch der beiden Delegationen an, sondern faszinierte auch eine Gruppe von rund 40 französischen Schülern, die sich bei einer Besichtigung des Beinhauses spontan dazu gesellte und der Zeremonie beiwohnte.


Aus Steinbach nahmen teil:
Bürgermeister Dr. Stefan Naas, Stadtrat Norbert Möller, die Stadtverordneten Jürgen Galinski, Holger Hertel und Michael Zimmermann sowie für den Kultur- und Partnerschaftsverein Jan von der Heyden, Reinhard Wicher und Dieter Schweizer.


Aus St. Avertin nahmen teil:
Bürgermeister Jean Gérard Paumier, die Stadträte Brigitte Guille und Alain Guillemin sowie der Stadtverordnete Lionel Jeanjeau, Jean Claude Mercadier für das Partnerschaftskomitee und zwei Kriegsveteranen.

ANSPRECHPARTNER

Büro des Bürgermeisters
Frau Carina Schmidt