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Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Der Eichen-Prozessionsspinner ist von der Iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa östlich bis in den Süden Russlands und nach Vorderasien verbreitet. Er fehlt auf mehreren Mittelmeerinseln, im Nordwesten Europas und tritt in Fennoskandien nur im südlichsten Teil Schwedens auf. Die Art tritt hauptsächlich im Flachland von der planaren bis zur kollinen Höhenstufe auf.
Besiedelt werden eichenreiche Wälder, wie etwa Eichen-Hainbuchenwälder und Kiefernwälder mit Eichenbewuchs, bevorzugt an trockenen und lichten Orten, aber auch in Eichen-Ulmen-Auen. Sie treten jedoch daneben auch in anderen Lebensräumen an Einzelbäumen auf, wie etwa an Straßenrändern, in Parks und auch im urbanen Bereich.
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 25 bis 32 Millimetern (Männchen) bzw. 30 bis 36 Millimetern (Weibchen). Die Männchen haben glänzend asch- bis braungrau gefärbte Vorderflügel, auf denen zwei dunkle und außen weißlich gerandete Querbinden verlaufen.
Bei den Weibchen sind die Vorderflügel dunkler, grau bis braungrau gefärbt und haben nur eine undeutliche, schwach ausgeprägte Zeichnung, die mitunter auch gänzlich fehlen kann. Ihre Hinterflügel sind ebenso dunkel gefranst und grauweiß gefärbt. Die gelbbraunen Fühler sind bei beiden Geschlechtern doppelt gekämmt, die des Weibchens sind jedoch kürzer und auch nicht so lang gekämmt.

 

Wann treten die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners Thaumetopoea processionea schlüpfen je nach Witterung ab April bis etwa Anfang Mai und durchlaufen bis Ende Juni/Anfang Juli 6 Larvenstadien. Nach einer 3-5 wöchigen Verpuppung schlüpfen die Raupen als Falter.


Wie sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus?

Die Raupen durchlaufen in ihren 6 Larvenstadien Größen von wenigen Millimetern bis 5 cm. Während der Entwicklungsstadien sind die Raupen unterschiedlich stark behaart. Zunächst sind sie gelblich-braun, später schwärzlich-graublau gefärbt. Sobald die Raupen schwärzlich-graublau sind, tragen sie eine dunkle Rückenlinie mit braunen, behaarten Warzen, graublauen Flanken und einer grünlich-hellgrauen Unterseite.

 

Wo kommen die Raupen des Eichenprozessionsspinners vor?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners kommen an verschiedenen Eichenarten vor. An den Eichenblättern und -zweigen sind sie zu finden. Später sammeln sich die Raupen häufig unter Astgabeln am Stamm. Auch in der Umgebung von Eichen sind die Raupen anzutreffen, wenn sie in einer Prozession zu anderen Eichen wandern.

 

Was kann beim Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner passieren?

Ab dem 3. Larvenstadium bilden die Raupen des Eichen- prozessionsspinners Brennhaare aus. Diese Brennhaare können die menschliche Gesundheit belasten. Abhängig vom Immunsystem können Juckreiz, Hautentzündung bis zu allergischen Schockreaktionen bei überempfindlichen Personen auftreten. Daher sollten die mit Eichenprozessionsspinner befallenen Bereiche gemieden werden. Die Haut sollte mit Kleidung bedeckt sein, um den Kontakt mit den Brennhaaren zu verringern. Je nach Intensität der Symptome ist ein Arzt hinzuzuziehen, der ggf. Medikamente verabreicht.

 

Wann ist die Gesundheitsbelastung durch den Eichenprozessionsspinner am größten?

Insbesondere während der Raupenstadien zwischen Mai und Juni. Die Wirksamkeit der Brennhaare bleibt jedoch über mehrere Jahre erhalten.

 

Was soll ich tun, wenn ich Eichenprozessionsspinner-Befall gesehen habe?

Ein Befall mit Eichenprozessionsspinnerraupen auf öffentlichen Grünflächen oder im Straßenbereich kann dem Bau-, Ordnungs- und Umweltamt der Stadt Steinbach (Taunus) unter der Telefonnummer 06171-70 00-44 gemeldet werden.

Auf privaten Grundstücken ist grundsätzlich der Eigentümer für die Bekämpfung verantwortlich. Mieter sollten sich direkt an den Eigentümer wenden und um Veranlassung geeigneter Maßnahmen bitten.

 

Welche Maßnahmen gibt es gegen den Eichenprozessionsspinner?

Zu den vorsorgenden Maßnahmen gehört z. B. die Förderung der natürlichen Gegenspieler wie es einige Vögel (z. B. Meisen, Stare, Kuckuck) sind. Es gibt weitere vorsorgende und mechanische Maßnahmen gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Dabei sind die Maßnahmen mit entsprechender Sachkenntnis und Ausstattung durchzuführen.

Vorsorgend können biologische Mittel (Bacillus thuringiensis-Präparate) zum Zeitpunkt des Raupenschlupfes aus den Eiern aufgebracht werden. Die Ausbringung muss unter Beachtung vieler Komponenten (wie z. B. Wetter mit Temperatur und Niederschlag; Austrieb der Eichen u. a.) geschehen und ist bis zum 2. Larvenstadium anzuwenden.

Ab dem 3. Larvenstadium finden mechanische Maßnahmen statt. Sie umfassen die Entfernung der Raupen vom Baum. Hier eignet sich das Absaugen mit entsprechenden Geräten und einer Schutzausrüstung. Das fachgerechte Absaugen der Raupen wird von einigen Schädlingsbekämpfungsfirmen angeboten. Es ist nicht ratsam ohne Fachkenntnisse und entsprechender Ausrüstung die Beseitigung der Raupen vorzunehmen.

 

Wann fliegt der ausgewachsene Falter des Eichenprozessionsspinners?

Der ausgewachsene Falter des Eichenprozessionsspinners fliegt in der Nacht etwa im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang September. Dabei versammeln sich beide Geschlechter, nach der Befruchtung legt das Weibchen etwa 150-200 Eier ab, die eine Größe von 0,5-1 mm erreichen und mit schuppigen Platten abgedeckt werden. Diese Gelege befinden sich an den Ästen der äußeren Eichenbaumkrone.

 

ANSPRECHPARTNER

Bau-, Ordnungs- und Umweltamt
Herr Marco Gretschel

 

WEITERE AUSKÜNFTE

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Hochtaunuskreis
Telefon (0 61 72) 9 99 - 58 70
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