BLIND – Wenn die Gräben zwischen Menschen überwindbar werden
Richard, ein ehemaliger Ingenieur, lebt nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen in einer abgeschotteten Wohnanlage. Zu seiner Tochter Helen, einer Anwältin, hat er seit Jahren keinen Kontakt. Ihre politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen stehen seinen eigenen diametral entgegen. Als Richards Augenlicht zunehmend schwindet und er auf Hilfe angewiesen ist, muss er ausgerechnet Helen um Unterstützung bitten.
Was als persönlicher Vater-Tochter-Konflikt beginnt, entwickelt eine politische Dimension. Zwei Menschen mit gegensätzlichen Weltbildern und tiefen Verletzungen sind gezwungen, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören. Hinter den Vorwürfen werden allmählich Ängste, Wünsche und Sehnsüchte sichtbar – und aus Konfrontation kann vorsichtige Annäherung entstehen. Regisseurin Karin Eppler richtet den Blick auf die Menschen hinter den Positionen. Die bewusst nicht eindeutig verortete Handlung verleiht dem Stück eine besondere Allgemeingültigkeit: In der Familie als kleinster gesellschaftlicher Einheit prallen unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Die Inszenierung setzt der Erfahrung gesellschaftlicher Gräben die Möglichkeit von Verständigung entgegen. „BLIND“ ist ein Plädoyer für das Zuhören und für die Hoffnung, dass selbst tiefe Gräben zwischen Menschen überwindbar werden.
„Blind“, das Schauspiel von Lot Vekemans, ist unter der Leitung des EURO-STUDIO Landgraf am Mittwoch, 4. November 2026 um 20:00 Uhr im Steinbacher Bürgerhaus, Untergasse 36 zu sehen.
Die Theaterkarten können ab sofort telefonisch im Rathaus unter (0 61 71) 70 00 11 bei Frau Janina Kühne erworben werden. Der Ticketpreis beläuft sich zwischen 31,00 und 38,00 Euro für den Vorverkauf bzw. zwischen 33,00 und 40,00 Euro an der Abendkasse.



