Nachhaltigkeit fängt zu Hause an: Den eigenen Garten nachhaltig gestalten

Die Artenvielfalt in Deutschland geht immer weiter zurück. Das hat Folgen – auch für uns Menschen. Wenn es weniger Insekten und Vögel gibt, können wichtige Leistungen in der Natur nicht mehr gut erbracht werden: Pflanzen werden schlechter bestäubt, Schädlinge breiten sich leichter aus und Böden verlieren an Fruchtbarkeit. Und nicht zuletzt wird es stiller in Feld und Garten – wenn der Vogelgesang seltener wird, geht auch ein Stück Lebensqualität verloren.

Dass man diese alarmierende Entwicklung nicht einfach tatenlos hinnehmen muss, zeigt das Beispiel von Antje und Claus Mößmer aus Steinbach: „Als wir in unser kleines Haus eingezogen sind, haben wir einen biologisch stark verarmten Garten übernommen. So richtig realisiert habe ich das erst, nachdem ich an einer Informationsveranstaltung der Initiative ‚Steinbach blüht‘ teilgenommen habe“, berichtet Antje Mößmer. Von der Grundidee, im eigenen Garten einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität zu leisten, war sie sofort überzeugt. Seither haben Antje und Claus Mößmer ihren Garten schrittweise umgestaltet. Ziel war ein naturnaher Garten, der pflegeleicht ist und gleichzeitig eine möglichst große Vielfalt an heimischen Pflanzen beherbergt. Die heimischen Pflanzen sind Nahrungsgrundlage unterschiedlichster Insekten, die wiederum viele Singvögel, Schmetterlinge und weitere Tierarten anlocken. „Ich war zwar keine Gartenexpertin“ sagt Antje Mößmer, „aber dank fachlicher Beratung war es gar nicht so schwer, den Garten umzubauen und die richtigen Pflanzenkombinationen einzubringen“. Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden: „Wir haben jetzt auf nur 100 m² eine große Vielfalt an Lebensräumen und heimischen Pflanzen, die alle ohne Dünger und Pestizide auskommen und auch nicht gewässert oder immer wieder zurückgeschnitten werden müssen“. Der Garten ist so angelegt, dass sich die Pflanzen und Tiere sozusagen selber im Gleichgewicht halten. „Statt im Garten zu arbeiten, haben wir nun viel mehr Zeit, den Garten zu genießen – beim Beobachten und Lauschen der erstaunlich stark gestiegenen Zahl von Vögeln, Insekten, Eichhörnchen und Igeln“, berichtet Antje Mößmer.

Dass Antje und Claus Mößmer die Umstellung auf einen naturnahen Garten sehr gut gelungen ist, zeigt auch die kürzlich erhaltene Prämierung als besonders schöner Naturgarten durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Wer auch mit dem Gedanken spielt, einen naturnahen Garten anzulegen, kann sich bei der Initiative „Steinbach blüht“ per E-Mail an steinbach-blueht@posteo.de Rat holen.