Nachhaltigkeit fängt zu Hause an
Wärmepumpe im Altbau - ein Beispiel aus Steinbach
Der Ersatz von fossil betriebenen Öl- und Gasheizungen durch elektrisch betriebene Wärmepumpen ist ein zentraler Baustein der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und unabdingbar, um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß in Deutschland spürbar und zeitnah zu reduzieren - darin sind sich die Experten inzwischen einig. Lange Zeit galten Wärmepumpen aber als unheimlich teuer, im Betrieb sehr laut und ohnehin nur für den Neubau - mit Fußbodenheizung - geeignet.
Dass dies längst nicht mehr so ist, zeigt das Beispiel von Familie Heidebrecht aus Steinbach-Nord. Vor gut einem Jahr hat sie die alte Gasheizung in ihrem über 50 Jahre alten Haus ausbauen und durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzen lassen. Am Anfang hatten die Heidebrechts leichte Zweifel, ob das Haus auch weiterhin ausreichend warm wird. Aber nach einem vollen Betriebsjahr lautet ihre Bilanz: „Es war auch bei niedrigen Außentemperaturen jederzeit wohlig warm, die Betriebskosten sind gegenüber der Gasheizung sogar um 10% gesunken und die Wärmepumpe ist so leise, dass man sie kaum hört, selbst wenn man direkt davorsteht.“
Nicht zu vernachlässigen sind die Investitionskosten: Die Anlage kostete Familie Heidebrecht gut 30.000 Euro. Allerdings gibt es dafür nach wie vor erhebliche staatliche Zuschüsse, die je nach individuellen Verhältnissen zwischen 30% und 70% der Kosten decken. Damit wird die Wärmepumpe gegenüber der Neuanschaffung einer Gasheizung zu einer oft auch wirtschaftlich attraktiven Alternative.
Bei dieser Investitionssumme empfiehlt es sich, zwei bis drei Preisangebote einzuholen, wobei die billigsten Angebote nicht immer die besten sind: Große Unternehmensgruppen sind zwar oft recht schnell und günstig, bieten aber meist nur Standardlösungen an - lokale Heizungsbauer können besser auf individuelle Wünsche eingehen und sind bei Bedarf auch nach der Installation, z.B. bei der Optimierung der Einstellungen und der Wartung, schneller zur Stelle.

Am Anfang aller Überlegungen zum Umstieg auf eine Wärmepumpe steht eine Heizlastberechnung (Kosten ca. 500 Euro), bei der jeder einzelne zu beheizende Raum vom Heizungsfachbetrieb oder Energieberater detailliert aufgenommen wird (Grundfläche, Außenwände, Fenster, Dämmung, Heizkörpergröße etc.) und meist auch gleich geschaut wird, wo ein geeigneter Aufstellplatz für die Wärmepumpe wäre. Daraus wird dann der gesamte Heizenergiebedarf des Gebäudes errechnet und raumweise mit der verfügbaren Heizkörperleistung verglichen, um sicherzustellen, dass es auch in jedem Einzelraum warm genug wird; notfalls muss ein zu kleiner Heizkörper durch einen etwas leistungsfähigeren ausgetauscht werden - das ist schnell und günstig umsetzbar. Eine Wärmepumpe arbeitet zwar mit Fußbodenheizungen besonders effizient, aber der Ersatz der vorhandenen Heizkörper durch eine Fußbodenheizung rentiert sich meist nur, wenn ohnehin eine Grundsanierung des Hauses geplant ist - und ein Umbau ist auch nachträglich jederzeit möglich.
Vor einem Jahr war Familie Heidebrecht noch Wärmepumpen-Pionier in ihrer Nachbarschaft, aber inzwischen gibt es dort viele Haushalte, die sich - auch aufgrund der vorliegenden positiven Erfahrungen - für den Umstieg auf eine Wärmepumpe interessieren oder sogar schon dafür entschieden haben. Das Resümee von Joachim Heidebrecht: „Wenn ohnehin eine Erneuerung der Heizung ansteht, dann sind Wärmepumpen dank staatlicher Förderung oft auch in Altbauten und Mehrfamilienhäusern die günstigste Alternative und ohnehin eine sehr sinnvolle Investition in Klimaschutz und Nachhaltigkeit.“
Eine ehrenamtliche Erstberatung für Steinbacher Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Wärmepumpe interessieren, wird von den Steinbacher BürgerSolarBeratern der IG Nachhaltigkeit angeboten. Kontaktaufnahme unter ig-nachhaltigkeit@stadt-steinbach.de.



