Freie Fahrt für Igel!
In einer Artikelserie in lockerer Folge stellt die IG Nachhaltigkeit kleinere oder größere Nachhaltigkeitsmaßnahmen vor, die von Steinbacher Bürgerinnen und Bürgern in ihrem privaten Umfeld schon erfolgreich umgesetzt wurden und in geeigneten Fällen auch breiter eingesetzt werden können.
Früher war der europäische Igel ein selbstverständlicher Teil unserer heimischen Tierwelt und fast in jedem Garten ein häufiger Gast. Heute ist es schon eine Besonderheit, die das Herz höherschlagen lässt, wenn man mal wieder einen Igel sieht, der nicht plattgefahren am Straßenrand liegt.
Igel sind eigentlich ein wichtiger Teil der Natur um uns herum, denn sie tragen dazu bei, das ökologische Gleichgewicht sicherzustellen. Leider hat sich ihr Bestand in Deutschland in den letzten Jahrzehnten beinahe halbiert. Inzwischen steht der Igel sogar auf der Vorwarnliste der bedrohten Tierarten („Rote Liste“).
Ursachen dieser besorgniserregenden Entwicklung sind in städtischen Bereichen vor allem der Verlust von Lebensräumen und zunehmende Gefahren durch Straßenverkehr. In den letzten Jahren kam die zunehmende Gefahr durch Mähroboter noch hinzu.
Igel sind Kulturfolger, suchen also die Nähe menschlicher Siedlungen. Deshalb ist es für fast jeden von uns auch relativ einfach, etwas für den Schutz und Erhalt der Igel zu tun, berichtet Joachim Heidebrecht von der IG Nachhaltigkeit in Steinbach (Taunus). Er hat in seinem Garten beispielsweise „Igeltore“ angebracht, also bewusst Durchlässe von etwa 15 cm Durchmesser in den Zäunen geschaffen und damit seinen Garten wieder als Lebensraum für Igel zugänglich gemacht. Zudem hat Heidebrecht seinen Mähroboter so programmiert, dass er nicht mehr in der Dämmerung oder nachts läuft, wenn die nachtaktiven Igel auf Nahrungssuche gehen.
Der Igel sucht vor allem im Unterholz von Büschen und Hecken nach Käfern und Raupen und freut sich auch über kleine „wilde Ecken“ im Garten, in denen nicht jedes Blatt und jeder Ast sofort weggeräumt wird, denn dort siedeln sich auch Insekten am liebsten an.
Wenn jeder Gartenbesitzer diese wenigen Hinweise berücksichtigt, die sich vielerorts sehr schnell und quasi kostenlos umsetzen lassen, dann werden unsere Kinder und Enkelkinder den Igel vielleicht auch noch als aufregendes Naturerlebnis und nicht nur als vergangene Idylle in Märchenbüchern kennenlernen, resümiert Joachim Heidebrecht.
Tipps für die Anlage Igel-freundlicher Gärten gibt es beispielsweise auf der Website der Deutschen Wildtier Stiftung unter www.DeutscheWildtierStiftung.de oder bei der IG Nachhaltigkeit in Steinbach. Diese können Sie per E-Mail an ig-nachhaltigkeit@stadt-steinbach.de kontaktieren.




