Runder Tisch „Demenz freundliches Steinbach“ stellt Angebote und Ziele vor

Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Menschen selbst, sondern stellt auch Angehörige, Freunde und das gesamte gesellschaftliche Umfeld vor große Herausforderungen. In Steinbach (Taunus) haben sich deshalb verschiedene Akteure zusammengeschlossen, um das Thema Demenz stärker in den Mittelpunkt zu rücken und gemeinsam Unterstützungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 10. September stellte der Runde Tisch „Demenz freundliches Steinbach“ seine Arbeit, die bestehenden Angebote und die gemeinsamen Ziele vor.

Von links: Pastoralreferent Christoph Reusch, Pfarrer Herbert Lüdtke, Renate Schade vom Besuchsdienst der Ev. St. Georgskirche, Quartiersmanagerin Bärbel Andresen von der Sozialen Stadt Steinbach, Anja Schreher von der ökumenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach, Andreas Mehner von der Ev. St. Georgskirche, Christine Lenz, Sprecherin der IG Senioren, Livia Sold vom Besuchsdienst der Kath. St. Bonifatiuskirche, Alexandra Rauf von der Fachstelle Demenz vom Hochtaunuskreis, Alexander Petermann, Teilnehmer von MOMENT! und Mona Schmitter von der Caritas Taunus.

Im Juni 2026 gründete sich der Arbeitskreis Demenz. Beim ersten Treffen im Rathaus konnte Bürgermeister Steffen Bonk zahlreiche engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Seniorenarbeit, Pflege, Beratung und Stadtgesellschaft begrüßen. Gemeinsam wollen sie die vorhandenen Angebote besser miteinander vernetzen, Synergien nutzen und die Sensibilität für das Thema Demenz in Steinbach stärken.

Bereits seit Oktober 2024 gibt es in Steinbach einen monatlichen Demenz-Gesprächskreis sowie kostenlose Sprechstunden für pflegende Angehörige. Die Angebote wurden von der Stadt Steinbach (Taunus) in Kooperation mit der Sozialen Stadt und der IG Senioren aufgrund des bestehenden Unterstützungsbedarfs eingerichtet. Seit September 2025 ergänzt das wöchentliche Angebot MOMENT! – motorisches und mentales Training das Unterstützungsangebot. Das ganzheitliche Bewegungsprogramm verbindet körperliche und geistige Aktivierung und kann über die Pflegekassen abgerechnet werden. Alle drei Angebote werden in Kooperation mit den beiden Steinbacher Kirchengemeinden durchgeführt.

Auch die Fachstelle Demenz des Hochtaunuskreises ist ein wichtiger Partner. Sie bietet Beratung für Angehörige im gesamten Hochtaunuskreis und unterstützt Familien unabhängig davon, ob sie in unmittelbarer Nähe oder weiter entfernt leben. Gerade durch zunehmend unterschiedliche Lebenswege von Familienmitgliedern gewinnt die Unterstützung sogenannter „Long Distance Angehöriger“ an Bedeutung. Darüber hinaus bietet die Fachstelle Schulungen rund um das Thema Demenz an.

Unterstützung erfährt die Arbeit auch durch die evangelische St. Georgsgemeinde. Sie wurde mit einer großzügigen Spende mit dem Zweck bedacht, Menschen bei Demenz zu helfen. Die Mittel sollen dazu beitragen, Kooperationen und Synergien in Steinbach zu stärken und damit das gemeinsame Engagement für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiter auszubauen.

„Wir haben in Steinbach bereits viele gute Angebote und engagierte Menschen, die sich des Themas annehmen. Die Pressekonferenz hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig das Netzwerk inzwischen ist. Entscheidend ist, dass wir nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern unsere Kräfte bündeln und gemeinsam Lösungen entwickeln. Ein Miteinander ist dabei nicht nur unser Ziel, sondern auch der Weg, den wir gehen wollen, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Steinbach weiter zu verbessern“, betont Bürgermeister Steffen Bonk.

Auch die Sensibilisierung der gesamten Stadtgesellschaft ist ein wichtiges Anliegen des Runden Tisches. Bärbel Andresen vom Stadtteilbüro Soziale Stadt Steinbach sieht darin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Das Thema Demenz soll stärker in der Mitte der Stadtgesellschaft ankommen. Ziel sei es, eine Demenz-Freundlichkeit über alle Generationen hinweg anzuregen und Menschen für die Bedürfnisse von Betroffenen und ihren Angehörigen zu sensibilisieren.

Dem Runden Tisch „Demenz freundliches Steinbach“ gehören neben der Stadt Steinbach (Taunus) die IG Senioren, die evangelische St. Georgsgemeinde, die katholische St. Bonifatiusgemeinde, die Ökumenische Diakoniestation Kronberg+Steinbach, die Fachstelle Demenz des Hochtaunuskreises, das Stadtteilbüro Soziale Stadt Steinbach, avendi Leben & Wohnen An der Wiesenau, die Tagespflege St. Katharina, die Pflegedienste Sam und Domicura sowie die Caritas Pflege und Betreuung an. Den Vorsitz hat Bürgermeister Steffen Bonk.

Der Arbeitskreis trifft sich zweimal jährlich, um die gemeinsame Arbeit weiterzuentwickeln und neue Impulse aufzugreifen. Das nächste Treffen des Runden Tisches „Demenz freundliches Steinbach“ ist für Ende Oktober im Rathaus vorgesehen.

Mit dem Runden Tisch soll ein verlässliches Netzwerk entstehen, das vorhandene Unterstützungsangebote sichtbar macht und miteinander verbindet. Das Netzwerk möchte dazu beitragen, Steinbach langfristig demenzfreundlicher zu gestalten, eine Aufgabenstellung, die im Miteinander der Stadtgesellschaft gelingen kann.

Im Uhrzeigersinn: Anja Schreher, Leiterin der Gruppe MOMENT! von der ökomenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach, Klaus und Maria Hering, Ilse Meyer, Alexander Petermann von der ökomenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach und ehrenamtlicher Helfer von MOMENT! Jürgen Fritz.
Im Uhrzeigersinn: Anja Schreher, Leiterin der Gruppe MOMENT! von der ökomenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach, Klaus und Maria Hering, Ilse Meyer, Alexander Petermann von der ökomenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach und ehrenamtlicher Helfer von MOMENT! Jürgen Fritz.

Einen kleinen Einblick in Steinbacher Praxis gab es am Ende der Pressekonferenz. Am gleichen Nachmittag, wie jeden Donnerstag, fand von 15:30-16:30 Uhr „MOMENT! — motorisches und mentales Training“ im Ev. Gemeindezentrum statt. Die gerontopsychiatrische Pflegefachkraft der ökumenischen Diakoniestation Kronberg+Steinbach, Frau Anja Schreher, leitet diese Gruppe zur körperlichen und geistigen Aktivierung. Die Kursgebühren können über die Pflegekasse abgerechnet werden. Ein Kursbeginn ist jederzeit möglich. Anmeldung für die Teilnahme per Telefon unter 06173-92630 oder per E-Mail an anja.schreher@diakonie-kronberg.de.