Nachhaltigkeit fängt zu Hause an: Den Stromdieben auf der Spur
Deutschland ist zwar ein Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien, aber auch in Deutschland wird noch fast die Hälfte des Stroms aus fossilen Treibstoffen (Kohle, Gas und Öl) gewonnen. Im Jahr 2024 war der Stromsektor mit über 30% der deutschen CO2-Emissionen immer noch größter Einzelemittent.
Durch die Vermeidung unnötiger Stromverbräuche kann jede/r Einzelne wirkungsvoll dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu senken und damit das Klima zu schützen. Wie man das konkret angehen könnte, zeigt das Beispiel von Familie Heidebrecht aus Steinbach: Sie hat als erstes eine „Strominventur“ in ihrem Haushalt gemacht, um potenzielle Einsparmöglichkeiten zu identifizieren. Dafür hat sie sich einen Steckdosen-Adapter gekauft, mit dem man den Stromverbrauch einzelner Geräte messen kann (Kosten: ca. 10-15 Euro) und damit in jedem einzelnen Zimmer die Verbraucher mit ihren Leistungsdaten (im Betrieb und auch im Stand-by) in einer langen Liste erfasst. Den Verbrauch von festverdrahteten Geräten (wie z.B. Licht, Herd, Heizung) konnte sie zwar nicht mit dem Steckdosenadapter erfassen, aber anhand der Leistungsdatenschilder zumindest abschätzen.

Joachim Heidebrecht berichtet, dass er bei der Strominventur so manche Überraschung erlebt hat: „Ich hätte nie gedacht, dass wir so viele stille Stromdiebe im Haushalt haben. Vor allem die Stand-by Verbräuche diverser Geräte (TV/HIFI, PC/Drucker etc.), sowie der Wäschetrockner haben sich trotz gutem Energielabel in der Praxis als wahre Stromschleudern erwiesen. Der Antennenverstärker und die Telefonzentrale liefen 24/7 sogar völlig nutzlos, weil die Funktionen inzwischen längst vom Glasfasermodem übernommen wurden“. Um Einsparpotenziale zu identifizieren, ist Familie Heidebrecht die Erfassungsliste dann Schritt für Schritt durchgegangen und hat geprüft, ob der Verbraucher überhaupt noch eine wichtige Funktion erfüllt oder zumindest temporär ganz abgeschaltet werden kann (wie z.B. der WLAN-Verstärker im Homeoffice, oder der Elektro-Entfeuchter im Keller), ob man den Verbrauch irgendwie senken kann (vor allem durch einen energie-bewussteren Geräteeinsatz, und Netztrennschalter statt Stand-by Betrieb, und ob die Anschaffung energieeffizienterer Geräte sinnvoll ist (z.B. Ersatz von Glühbirnen durch LED, Stromspar-Gefrierschrank und -Kühlschrank etc.). Größere Neuanschaffungen bieten sich vor allem an, wenn ohnehin bald eine Ersatzinvestition ansteht.
Familie Heidebrecht ist es auf diese Weise gelungen, ihren Jahresstromverbrauch um ca. 30% zu senken. Der Wäschetrockner läuft in ihrem Haushalt jetzt nur noch sehr selten und die Geschirrspülmaschine erst wenn sie wirklich voll ist. Der elektrische Kellerentfeuchter wird neuerdings durch einen Feuchtigkeitssensor gesteuert, und andere Geräte mit hohem Stand-by Verbrauch durch Zeitschaltuhren. „Da kommt einiges zusammen, und das macht sich nicht nur im Geldbeutel bemerkbar, sondern entlastet vor allem auch unseren CO2-Fußabdruck“ resümiert Joachim Heidebrecht.
Die IG Nachhaltigkeit hat für Bürgerinnen und Bürger, die selbst eine Strominventur in ihrem Haushalt durchführen wollen, eine Arbeitshilfe/Erfassungsliste erstellt, die über nachfolgende Mailadresse angefordert werden kann: ig-nachhaltigkeit@stadt-steinbach.de.



