Offener Brief von Bürgermeister Steffen Bonk anlässlich der Coronakrise

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

liebe Steinbacher,

die letzten drei Wochen waren für uns alle von großer Ungewissheit, zum Teil auch von Angst, Unsicherheit und persönlichen Belastungen und Einschränkungen geprägt. Die Corona-Pandemie hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Geschlossene Schulen und Kitas, die Schließung von Betrieben und Restaurants, die Absage von Veranstaltungen, leere Supermarktregale und vieles mehr sind Bilder und Situationen, an die sich allenfalls die Kriegsgeneration zurück erinnern kann. Für unser Land und für unsere Stadt ist dies sicherlich ein Ausnahmezustand.

Ich weiß um die Sorgen, die viele von Ihnen umtreiben: „wie geht es für mich und meine Familie weiter? Werde ich arbeitslos? Was wird aus meinem Betrieb? Wie steht es um meine Existenz?“.

Dies alles sind berechtigte Fragen und auf alle können wir heute, in Anbetracht des Unbekannten an dieser Krise, keine oder zumindest keine abschließenden Antworten geben. Nach etwas Anlaufschwierigkeiten hat unser Staat aber Handlungsfähigkeit bewiesen. Die Anordnungen und Verordnungen der einzelnen Bundesländer unterscheiden sich nunmehr in Nuancen. Dies gibt Sicherheit!

Die Regierungen und die Parlamente haben in den letzten Tagen ihr Krisenmanagement unter Beweis gestellt und milliardenschwere Hilfsmaßnahmen für Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende beschlossen. Blicken wir mit Dankbarkeit auf die letzten zehn Jahre, denn ohne diese gute wirtschaftliche Ausgangslage wären diese Maßnahmen nun nicht möglich.

Aber auch wir in Steinbach haben unsere Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Wie auch unsere Nachbarkommunen haben wir schnell entschieden und Maßnahmen verordnet. An einigen Stellen, wie zum Beispiel der Schließung der Trauerhalle, haben wir nachgesteuert. Nicht, weil wir zu zögerlich waren, sondern immer unter der Abwägung zwischen dem erforderlichen Maß zu Ihrem Schutze und dem was wir Ihnen an Belastung zumuten wollen.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bedanken. Sie haben in den letzten Tagen Enormes geleistet, auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten. Mein besonderer Dank gilt den Kräften unseres Ordnungsamtes und der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit. Unser Informationsangebot auf der städtischen Homepage unter www.stadt-steinbach.de ist tagesaktuell. Hier erhalten Sie alle Maßnahmen und Empfehlungen sowie die Kontaktdaten zu weiteren Stellen. Dies Angebot haben wir in den letzten Tagen um weitere Hinweise für die Gewerbetreibenden ergänzt. Dies ist ein erster Beitrag zur Unterstützung der Wirtschaft vor Ort.

Mit dem Vorstand des Gewerbevereins stehe ich auch in dieser Krise im Austausch, unser gemeinsames Ziel ist es, die Betriebe und Kleinstunternehmer in unserer Stadt bestmöglich zu unterstützen, um diese schwere Zeit zu überstehen. Mein Appell an Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, vergessen Sie unsere heimische Wirtschaft nicht! Kaufen Sie dort ein, wo möglich, nutzen Sie die Internet- oder Lieferangebote der Firmen. Freuen wir uns gemeinsam auf die Zeit, wenn wir wieder zusammen Steinbacher Cafés und Restaurants besuchen können, im Sommer uns ein Eis gönnen, einen lang ersehnten Urlaub buchen oder beim Friseur die aktuellsten Neuigkeiten aus dem Stadtleben erfahren können.

Beeindruckt, aber nicht überrascht, hat mich das soziale Engagement, das in den letzten Wochen in unserer Stadt überall an den Tag gelegt wurde. Nachbarn unterstützen sich bei den kleinen Dingen des Alltags, Jüngere kaufen für Ältere ein. Innerhalb des „Sozialen Netzwerk Steinbachs“ ist es uns gelungen, innerhalb weniger Tage ein Unterstützungsangebot für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Mitmenschen, die der Risikogruppe angehören, ins Leben zu rufen: die Einkaufshelfer. Wenn Sie Bedarf haben scheuen Sie sich nicht, Kontakt zu unserem Stadtteilbüro „Soziale Stadt“ unter der Rufnummer (0 61 71) 207 88 40 oder per E‑Mail einkaufshelfer@stadt-steinbach.de aufzunehmen. Sollten Sie Ihre Unterstützung anbieten wollen, sind Sie ebenso herzlich eingeladen.

Ein weiteres tolles Projekt, das entstanden ist, ist die „Steinbacher Tafel“. Die drei in Steinbach ansässigen Lebensmittelmärkte unterstützen uns kostenfrei mit Waren und Produkten, die aufgrund ihrer Optik oder gesetzlicher Bestimmungen aus dem Sortiment genommen werden müssen, aber einwandfrei verzehrt werden können. Dies Angebot hilft den Schwächsten in unserer Stadt, die aufgrund von Beschränkungen ihr Zuhause nicht verlassen können.

Ich danke dem Team des Stadtteilbüros um unsere Quartiersmanagerin Bärbel Andresen sowie den vielen Freiwilligen für dieses tolle Engagement. Steinbach steht zusammen. DANKE!

Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle aber auch unsere Freiwillige Feuerwehr. Wie immer sind die Aktiven der Wehr zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Unser Stadtbrandinspektor Mathias Bergmann und sein Stellvertreter Dr. Markus Port haben sämtliche Vorkehrungen zum Schutz der Einsatzabteilung getroffen und stellen die Einsatzfähigkeit der Wehr sicher – ein beruhigendes Gefühl.

Liebe Steinbacherinnen und Steinbacher,

jüngste Umfragen zeigen, dass die Menschen in unserem Land noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges so pessimistisch waren wie heute. Lassen Sie uns in dieser schweren und ungewohnten Zeit zusammen stehen und nicht unseren Optimismus verlieren. Gemeinsam werden wir auch diese Krise überwinden. Mein Appell: Verlieren Sie nie Ihren Mut und Ihre Zuversicht und halten Sie sich bitte an die Regeln und Verordnungen. Nur so können wir Leben schützen und retten.

Bleiben Sie gesund,

Ihr

Steffen Bonk

Bürgermeister

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